Schiedsrichter Fragen

13 Sep 2017

Darf ein Freistoß ohne Freigabe durch den Schiri direkt ins Tor verwandelt werden?

Frage:

Darf unter Umständen ein Freistoß ohne Freigabe durch den Schiri direkt ins Tor verwandelt werden, während die verteidigende Mannschaft eine Mauer stellt? Im vorliegenden Fall war der Torhüter mit der Aufstellung der Mauer beschäftigt, als der Gegner den Ball unerwartet sofort ins Tor schoss.

Antwort:

Ja. Das kann durchaus sein, hängt aber von einigen Faktoren ab. Ein Freistoß muss grundsätzlich nicht frei gegeben werden. Wenn der Schiedsrichter den Ball nicht gesperrt hat, kann er jeder Zeit ausgeführt werden. Ist der Ball gesperrt, muss er durch Pfiff freigegeben werden.

Der Schiedsrichter sollte, wenn der Ball durch die Regel gesperrt ist (bei Verwarnung, Auswechslung, Behandlung, aber auch bei Prüfung des Mauerabstandes), die Pfeife in die Luft strecken, um anzuzeigen, dass man den Ball gesperrt hat, und der Schütze auf den Pfiff warten soll.

In Regel 13 der DFB-Fußballregeln steht dazu:

Zeichen für einen indirekten Freistoß

Einen indirekten Freistoß zeigt der Schiedsrichter durch das Heben des Arms über den Kopf an; dieses Signal wird gehalten, bis der Freistoß ausgeführt wurde und der Ball einen anderen Spieler berührt oder aus dem Spiel geht.

Zeigt der Schiedsrichter nicht an, dass es sich um einen indirekten Freistoß handelt, und geht der Ball direkt ins Tor, so muss der indirekte Freistoß wiederholt werden.

In dem Fall ist also ausschlaggebend: War es ein indirekter oder direkter Freistoß und hat der Schiri den Ball gesperrt oder nicht?

16 Apr 2017

Welcher Gegenstand diente als Vorlage zur roten Karte?

Frage:

Welcher Gegenstand diente als Vorlage zur roten Karte?

Antwort:

Die rote Karte geht auf die Ereignisse des Spiels Argentinien gegen England bei der Weltmeisterschaft 1966 zurück. Der argentinische Spieler Antonio Rattín wollte oder konnte den Platzverweis des deutschen Schiedsrichters Rudolf Kreitlein nicht verstehen und bliebt noch 7 Minuten länger auf dem Platz. Erst Polizisten geleiteten den Spieler vom Platz. Kreitlin hatte zwar eine Karte im Trikot, diese war aber weiß. Auf dieser wurden alle Verwarnungen notiert.

Im Stau auf dem Rückweg ins Londoner Hotel kam Kreitleins englischem Schiedsrichterbetreuer Ken Aston dann die Idee mit der roten Karte. Er schlug, inspiriert von den ganzen Verkehrsampeln auf dem Weg zum Hotel, den Einsatz von Roten und Gelben Karten als weltweit verständliche Symbole vor.

Quelle: Fußballgeschichte – Die Erfindung der Arschkarte

1 Jul 2016

Wie viel verdient ein Schiedsrichter bei der EM?

Frage:

Was verdient ein Schiedsrichter bei der EM?

Antwort:

Die letzten Infos zu den Schiedsrichtergehältern bei Europameisterschaften stammt aus dem Jahr 2012 zur EM 2012 in Polen und der Ukraine. Der Betrag wird zur EM 2016 nicht gefallen sein. Demnach erhält ein Schiedsrichter 10000 EUR pro Spiel sowie eine Tagespauschale in Höhe von 200 EUR.

Quelle: Was verdienen die Schiedsrichter bei der EM 2012?

Zufällige Fussball-Quiz Frage:

Wer schoss das erste Bundesliga Tor?

15 Jun 2016

Warum darf England 2 Schiedsrichterteams bei der EM 2016 stellen?

Frage:

Warum darf England 2 Schiedsrichterteams bei der EM 2016 stellen?

Antwort:

Dies scheint keinen besonderen Grund zu haben:
http://de.uefa.com/uefaeuro/news/newsid=2318952.html

Die UEFA selbst äußert sich dazu nicht. Es liegt aber die Vermutung nahe, das die Schiedsrichter mit Ihren Assistenten aufgrund Ihrer Premier League Erfahrung besonders geeignet sind.

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Behinderter Nationalspieler

12 Jun 2016

Warum steht der Torrichter auf der gleichen Seite wie der Linienrichter?

Frage:

Warum steht der Torrichter auf der gleichen Seite wie der Linienrichter?

Antwort:

Der oft fälschlicherweise als Torrichter bezeichnete zusätzliche Schiedsrichterassistent muss hinter der Torlinie stehen. In den FIFA-Regeln ist unter „Zusätzliche Schiedsrichterassistenten > Grundpositionen während des Spiels“ auf Seite 85 der Raum in dem sich die zusätzlichen Schiedsrichterassistenten bewegen dürfen, genau festgelegt. Warum dieser Bereich auf der gleichen Seite liegt, wie vom Schiedsrichterassistent/Linienrichter konnte den Regeln allerdings nicht entnommen werden.

zusaetzlicher_schiedsrichterassistent

Die Vermutung liegt nahe, das hier ein Sichtbereich von jeweils 2 Offiziellen abgedeckt werden soll, damit der Schiedsrichter selbst das Spiel aus einer Diagonalen heraus überwachen kann, was die Laufwege erheblich verkürzen würde.

30 Mai 2016

Wie lange darf ein Spiel unterbrochen werden?

Frage:

Bei der Unterbrechung wegen des Gewitters beim Spiel Deutschland gegen Slowakei gestern in Augsburg kam folgende Frage auf: Wie lange darf ein Spiel eigentlich maximal unterbrochen werden bis es abgebrochen werden muss?

Antwort:

Hier ist vom DFB keine exakte Zeit festgelegt worden. In Regel 5 der DFB-Fußballregeln heißt es dazu: „Der Schiedsrichter kann ein Spiel wegen der Witterungsverhältnisse oderaus einem anderen Grund unterbrechen. Die Dauer der Unterbrechung soll 30 Minuten nicht überschreiten. Ist jedoch abzusehen, dass das Spiel wenige Minuten nach dieser Zeit fortgesetzt werden kann, soll der Schiedsrichter großzügig verfahren“.

Es wird also nur ein Richtwert von 30 Minuten vorgegeben. Ist absehbar, das der Grund der Unterbrechung in Kürze nicht mehr vorhanden sein wird, kann es auch länger dauern. Das Spiel Deutschland Slowakei wurde in der Halbzeitpause ja auch fast 40 Minuten unterbrochen.

Andersherum verhält sich die Frage ab wann ein Spiel angebrochen werden darf. Hier heißt es bei DFB, das alle zumutbaren Mittel der Spielfortsetzung auszuschöpfen sind. Bei einer Verschlechterung der Platzverhältnisse oder einem aufziehenden Gewitter soll der Schiedsrichter daher die Frist von 30 Minuten beachten, ehe er das Spiel abbricht.

Quelle: DFB – Rechte und Pflichten des Schiedsrichters beim Spielabbruch

Zufällige Fussball-Quiz Frage:

Wer schoss das erste Bundesligator für Schalke?

13 Mai 2016

Rote Karte für Auswechselspieler

Frage:

Bei einem Spiel zweier B-Jugend Mannschaften kam es nach einem rüden Faul zu einer Handgreiflichkeit zwischen den beiden betroffenen Spielern. Es kam danach zu einer Rudelbildung. Ein bereits ausgewechselter Spieler rannte dabei aufs Spielfeld und begann eine Tätlichkeit. Der Schiedsrichter stellte die beiden betroffenen Spieler und den Ersatzspieler mit Rot vom Platz.
Für den mit Rot bestraften Auswechselspieler musste ein anderer unbeteiligter Spieler den Platz verlassen. d.h. Es wurde mit 10 gegen 9 weiter gespielt.

War das die richtige Entscheidung des Schiedsrichters?

Antwort:

Das zeigen von Roten Karten an Auswechselspieler oder einen ausgewechselten Spieler ist soweit korrekt. In den DFB-Fußballregeln heißt es dazu:

„Ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler erhält die Rote Karte und wird des Feldes verwiesen, wenn er eines der folgenden sieben Vergehen begeht: [..]“

Allerdings darf dafür kein anderer, unbeteiligter Spieler den Platz verlassen. Diese Entscheidung war nicht in Ordnung.

Die Sanktion bezieht sich auf den schon ausgewechselten Spieler. So ist es ja auch, wenn ein Spieler auf der Auswechselbank oder nach dem Spiel auffällig wird, dann hat nur der Spieler selbst eine Strafe zu erwarten und nicht die ganze Mannschaft. Gleiches gilt wenn der Trainer „vom Platz gestellt wird“. Dann hat dies für die Spieler auf dem Platz absolut keine Folgen.

Zufällige Fussball-Quiz Frage:

Wie viele FIFA gibt es?

10 Feb 2016

Aufstellungsbogen bindend?

Sind die Aufstellungen die die Trainer ca. 1 Stunde vor den Bl-Spielen an die Medien weitergeben bindend?

Zählt eine Änderung in der Startformation im Vergleich zum Aufstellungsbogen bereits als eine der regulären Auswechselungen?

Wenn nicht, warum muss die Aufstellung vor Spielbeginn bekannt gegeben werden?

Antwort: Siehe unten

Zufällige Fussball-Quiz Frage:

Welcher baskische Verein nimmt nur Spieler mit baskischer Herkunft unter Vertrag?

29 Nov 2015

Welcher Schiri pfiff die meisten Bundesligaspiele?

Frage:

Welcher Schiedsrichter leitete die meisten Bundesligaspiele?

Antwort:

Wenn man nur die 1. Bundesliga betrachtet ist es Dr. Markus Merk mit 338 Einsätzen vor Wolfgang Stark mit 316 Spielen und Florian Meyer mit 279 Spielen (alle Stand 11/15).

Nimmt man aber die Einsätze der 2. Bundesliga hinzu ergibt sich ein etwas anderes Bild (Stand 11/15). Dann hat Wolfgang Stark mit 432 Einsätzen (316 + 116) die Nase vorn, gefolgt von Dr. Markus Merk mit 423 Spielen (338 + 85) und Florian Meyer mit insgesamt 414 Einsätzen (279 + 135).

Quellen: Ewige Schiedsrichterstatistik 1.Bundesliga, Ewige Schiedsrichterstatistik 2.Bundesliga

18 Nov 2015

Die Roten Karten von Lutz Wagner?

Frage:

Wie viele Rote Karten zeigte Lutz Wagner?

Antwort:

Lutz Wagner zeigte als Schiedsrichter in der Zeit von 1992 bis zu seinem Erreichen der Altersgrenze 2010 in der 1. und 2. Bundesliga in 297 Spielen insgesamt 41 Rote Karten und 52 Gelb-Rote Karten.

Quellen: Ewige Schiedsrichterstatistik 1.Bundesliga, Ewige Schiedsrichterstatistik 2.Bundesliga